Zucht

Funktionalität statt Ästhetik:

Die Bestrebungen den Beagle als zuverlässigen Laufhund für die Treibjagd einzusetzen, prägten die Rasse bis in die heutige Zeit. Er ist eine Kreuzung zwischen den „Northern Hounds“, ausdauernde und bewegungsfreudige Tiere und den „Southern Hounds“, welche für ihren ausgeprägten Geruchssinn und den starken Jagdtrieb bekannt waren. Bei der daraus resultierenden Rasse stand nicht die Ästhetik, sondern die Funktionalität im Vordergrund.

Als Meutehund besteht seine Aufgabe darin, das scheue Wild aufzuspüren, zu verfolgen und erschöpfen. Durch klar hörbare Lautgebung informiert er den Jäger über dessen Position und hilft ihm schließlich dabei, das Wild aus einer sicheren Entfernung zu erlegen. Der Beagle wird sowohl als Laufhund, als auch als Schweißhund angesehen. Schweißhunde sind dazu in der Lage die Fährte von verwundeten Tieren wahrzunehmen und zielstrebig zu verfolgen. Folglich wurde die Zucht konsequent auf die Funktionalität als Jagdhund beschränkt. Ausfälle, beziehungsweise rassenuntypische Hunde wurden aussortiert, was zum üblichen  Vorgehen bei der Zucht gehört. Demnach ist der heutige Beagle stark von den damaligen Zuchtbestrebungen geprägt.

Sein übliches Erscheinungsbild erweckt beim Betrachter den Eindruck eines widerstandsfähigen und kompakten Hundes, welcher jedoch frei von jeglicher Plumpheit ist. Die systematische Zucht zum Jagdbegleiter wirkte sich ebenfalls auf sein Wesen aus. Dieser fröhliche Hund besitzt einen ausgeprägten Jagdtrieb, aus welchem auch die Ausdauer und Zielstrebigkeit resultiert. Des Weiteren erfordert die Intelligenz und Bewegungsfreude des Beagles viel Beschäftigung und Geduld beim Halter. Zusätzlich benötigt er als Meutehund Gesellschaft und kann daher nicht über längere Zeiträume alleine gelassen werden. Aggressives oder gar ängstliches Verhalten sucht man bei dieser Rasse vergebens.

Die FCI klassifiziert den Beagle in die Kategorie Gruppe 6. Er steht somit in einer Reihe mit dem Dalmatiner, der Deutschen Bracke und dem American Foxhound.

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Die Geschichte & Herkunft des Beagles

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Als eigenständige Hunderasse existiert der Beagle erst seit ca. 1890. Namentlich wird die Rasse erstmals zu Beginn des 16. Jahrhunderts erwähnt. Der Ursprung des Beagles lässt sich nicht genau bestimmen. Es wird aber angenommen, dass der Beagle auf englische bzw. französische Hunderassen des 11. Jahrhunderts zurückgeht: die Northern- und Southern Hound.

Zusammen mit Wilhelm dem Großen auf Feldzug

Die weißen Northern Hounds kamen mit dem Feldzug Wilhelms des Großen 1066 von der Normandie aus nach England. Bis dahin kannte man sie als Hubertushunde. Den Ursprung dieser Rasse vermutet man in der der Gegend der Ardennen. Erst nach der Eroberung Englands wurden sie zunehmend als Normen bzw. Northern Hounds bezeichnet. Mitunter nannte man sie auch Talbots, da sie während des Feldzuges mit der Familie Talbot über den Ärmelkanal gekommen sein sollen.

400 Jahre später, um 1400, stießen die Briten während des Hundertjährigen Krieges, im Süden Frankreichs auf eine Hunderasse, deren Jagdeigenschaften sie tief beeindruckten. Bereits seit Jahrhunderten war die Jagd die beliebteste Freizeitbeschäftigung von Grafen, Fürsten und Königen. Die Briten nannten diese Hunderasse schlicht Southern Hounds. In ihrer Erscheinung, vor allem hinsichtlich ihres gefleckten Fells, glichen die Southern Hounds sehr dem heutigen Beagle.

Northern Hounds & Southern Hounds

Während die Northern Hounds vor allem durch Ausdauer und Lauffreudigkeit hervorstachen, überzeugten die Southern Hounds durch ihren ausgeprägten Geruchssinn.

Da sich das Hochwild aufgrund übermäßiger Jagd am Rande der Ausrottung befand, verlagerten sich die Jagdgepflogenheiten der Aristokratie langsam auf scheuere Wildarten. Für diese neue Art des Jagens bedurft es eines Jagdhundes, der sowohl agil als auch feinsinnig war. Da sich der Beagle eben durch genau diese Eigenschaften auszeichnet, nimmt man an, dass er aus der Kreuzung von Northern- und Southern Hound entstammt.

1515 finden sich in den Haushaltsbüchern von König Heinrich VIII erstmals Zahlungen an den Keeper of the Begels– den Halter der Beagle.