Das Wesen des Beagles

_DSC4943Vom Jagdhund zum idealen Familienhund

Der Beagle ist ursprünglich ein Meutehund. Dies prägte den Charakter dieses sozialen Hundes. Zudem wurden Hunde, die innerhalb der Meute Aggressionen zeigten, damals rigoros von den Züchtern aussortiert, da sie für die Jagd nicht geeignet waren. Diese soziale Orientierung bildet die Basis für die beispiellose Eignung des Beagles zum Familienhund.

Seine Kinderfreundlichkeit sowie seine Geduld mit Kindern ist nahezu unermüdlich. Das Wesen des Beagles ist fast immer als gutgelaunt und fröhlich zu bezeichnen. Er wird Ihnen ein sanfter und treuer Begleiter sein. Wobei nicht vergessen werden sollte, dass der Beagle durchaus ein Jagdhund ist und diese Leidenschaft auch ausleben wird, wenn sich ihm die Gelegenheit bietet. So umgänglich und sanft er auch ist, wenn er sich auf der Jagd befindet, beweist sein Verhalten Ausdauer und Zielstrebigkeit.

Warum eignet sich der Beagle trotz des ausgeprägten Jagdtriebes und der Dickköpfigkeit zum idealen Familienhund? Kann er gut mit Kleinkindern umgehen, auch wenn diese ihn mal zu „fest anpacken“ oder zu heftig mit ihm toben?

Gewiss ist die Prägung des Hundes ein wichtiges Thema.

Ein guter Umgang und gewaltfreies Aufwachsen des Welpen ist wichtig für dessen Prägung und Reaktion auf Menschen. Beagle sind normalerweise keine nachtragenden Hunde, die die Nähe zu ihrem Halter suchen. Ihr geduldiges, lebhaftes und fröhliches Wesen macht sie zum perfekten Familienhund. Sie passen sich der Familie an und sehen Kleinkinder mehr als Schützlinge und Spielgefährten, nicht als potentielles Jagdgut an. Nach dem ausgelassenem Toben suchen sie ihre Ruhe und entfernen sich von dem Kind. Sie werden nicht aggressiv. Versuchen Sie daher Ihrem Hund einen Rückzugsort zu bieten, den Ihre Kinder nicht stören, sobald er sich zurückgezogen hat.

Intelligenz trifft auf Dickkopf

Beagle sind sehr kluge Hunde und können daher umfangreich ausgebildet und erzogen werden. Sie neigen aber auch zu einer gewissen Dickköpfigkeit, die aber, mit genug Ausdauer und Konsequenz, positiv genutzt und verstärkt werden kann. Bracken, wie der Beagle, haben eine ausgezeichnete Nase, die sie auch nutzen. Hat ein Beagle erst mal eine Fährte aufgenommen, wird er versuchen, sie mit allen Mitteln zu verfolgen. Oft nehmen die Hunde ihre Herrchen dann gar nicht mehr wahr. Ein Beagle auf der aktiven Jagd verfolgt seine Beute mit absoluter Beharrlichkeit und es wird nahezu unmöglich sein den Hund abzurufen. Erst wenn der Beagle seine Beute erlegt hat oder einfach müde geworden ist, wird die Jagd beendet.

Eine Hundeschule, welche jedem Hundehalter zu empfehlen ist, sollte, wenn man sich für einen Beagle entschieden hat, auf jeden Fall schon von früh an besucht werden. An sich ist der Beagle aber ein fröhlicher und vor allem sehr aktiver und bewegungsfreudiger Hund. Wie oben erwähnt ist der Beagle ein Meutehund, das fördert auf der einen Seite, dass er ein Rudeltier ist und gerne in der Gesellschaft von anderen Hunden und Menschen lebt, auf der anderen Seite fördert es aber auch seine Neigung übermäßig viel zu fressen. Darauf sollten Sie immer Acht geben, denn übergewichtige Hunde leiden schnell unter Erkrankungen der Muskulatur und dem Knochenbau.

Beagle sollten auch keinesfalls alleine in einem Zwinger gehalten werden. Sie suchen die Nähe des Menschen und brauchen diese auch!

Die Verwendung als Jagdhund ist in Deutschland eher selten geworden. Dies liegt nicht an den Qualitäten des Beagles als Jagdhund, sondern an den gesetzlichen Bestimmungen über die erforderliche Mindestreviergröße von 1000 Hektar, die für eine Brackenjagd vorgeschrieben sind.

Leider werden Beagle, aufgrund ihrer Treue und ihrer Freundlichkeit gegenüber dem Menschen, heute nach wie vor von der biomedizinischen Forschung als Versuchshunde missbraucht.

Der Beagle

Snoopy von den Peanuts ist wohl der prominenteste Vertreter der Gattung: der Beagle.

Beagle wurden ursprünglich in England als Meutehunde für die Treibjagd – auch Brackierjagd eingesetzt und gezüchtet. Entsprechend zählt der Beagle auch zur Gruppe der Bracken. Als eigenständige und anerkannte Hunderasse existiert der Beagle seit 1890.

Das Aussehen

Beagle werden 33 bis 40 cm hoch und bis zu 18 Kilogramm schwer. Sie besitzen ein kurz anliegendes Fell. Die Fellfärbung reicht von weiß/braun, über rot-  und zitronengelb/weiß bis zu dreifarbig schwarz/braun/weiß. Beagle haben dunkle bis haselnussbraune Augen und tiefhängende, abgerundete Ohren und eine sehr feine Nase. Die Kiefer sind ausgeprägt und besitzen ein vollkommenes Scherengebiss.  Der Körperbau ist kräftig ohne bullig zu wirken. Die Rute ist kurz und hoch angesetzt.

Das Sozialverhalten

der Beagle

Neben Zähigkeit und Ausdauer stand auch das Sozialverhalten im Mittelpunkt der Zuchtbestrebungen. Hunde, die durch übermäßig aggressives Verhalten auffielen und sich nur schlecht in die Meute integrierten, wurden vom Züchter rigoros aussortiert. Eine Zuchtpraxis, die bis heute das Wesen des Beagle mitbestimmt.

Beagle sind ausgeglichene, fröhliche und zutrauliche Hunde, die sich schnell in eine Familie einfügen können. Aufgrund ihres geduldigen Wesens eignen sich Beagles auch als Spielgefährten für Kleinkinder. Die Hunde sind äußerst klug und besitzen eine schnelle Auffassungsgabe. Mitunter neigen sie jedoch zu einer gewissen Dickköpfigkeit. Entsprechend erfordert die Aufzucht eines Beagles, neben etwas Erfahrung im Umgang mit Hunden, vor allem eine Menge Geduld und Zuneigung von Seiten des Halters.

Der Beagle als Jagdhund

Da Beagle als Funktionshunde für die Jagd gezüchtet worden sind, sind sie sehr bewegungsfreudig. Eine Gelegenheit, ihren Jagdtrieb auszuleben, lassen sie  nur selten ungenutzt. Hat ein Beagle erst einmal eine Fährte aufgenommen, wird er sie beharrlich verfolgen. Für den Halter eines unerzogenen Beagles ist es dann nahezu unmöglich, den Hund abzurufen. Er wird seine Jagd erst beenden, wenn entweder die Beute erlegt, oder seine Ausdauer erschöpft ist. Halter sollten den Bewegungsdrang eines Beagles jedoch nicht unterdrücken. Denn Beagle tendieren zur Verfressenheit. Ohne ausreichende Bewegung setzen sie schnell Fettpolster an, was bei ihnen zu Muskel- und Gelenkerkrankungen führen kann.

Obwohl die Verwendung des Beagles als Jagdhund aufgrund gesetzlicher Bestimmungen in Deutschland selten geworden ist, können sich aus dem Jagdverhalten der Tiere spannende Freizeitgestaltungsmöglichkeiten ergeben. Neben entsprechender Fachliteratur kann auch eine Hundeschule dabei helfen, diese Möglichkeiten zu entdecken.  Der frühzeitige Besuch einer Hundeschule – möglichst schon im Welpenalter – hilft auch dabei, die Beziehung zwischen Halter und Hund zu vertiefen. Auch der dortige Kontakt mit anderen Hundewelpen ist für die Entwicklung eines Beaglewelpens sehr förderlich.

Beagle fühlen sich im Sozialverband am wohlsten. Seien es nun Menschen, Artgenossen oder beides. Entsprechend ist die Zwingerhaltung für einen Beagle völlig ungeeignet. Leider werden Beagle aufgrund ihres zutraulichen Wesens immer noch für Tierversuche missbraucht.